Do. 19. Oktober 2017 - 11:58 Uhr

„Einen Stifel rechnen – Mathematik und Reformation“ Kleine Sonderausstellung im Mathematikum

Michael Stifel (um 1487 bis 1567) war ein Pfarrer der Reformationszeit, der ein herausragender Mathematiker wurde. Stifel ließ sich als Theologe von den Zahlen verführen: Er versuchte, den biblischen Texten geheime Botschaften zu entnehmen und sie mit Hilfe von Zahlen zu verschlüsseln. Auf diese Weise „berechnete“ er ein Datum für den Weltuntergang und genau an diesem errechneten Tag, dem 19. Oktober (seine errechnete Jahreszahl war allerdings 1533) wird im Mathematikum eine kleine Sonderschau eröffnet. Nach einer Begrüßung durch Prof. Albrecht Beutelspacher wird Prof. Peter Ullrich von der Universität Koblenz-Landau einen kurzen Vortrag zum Leben und den mathematischen Leistungen Stifels halten.

Als Mathematiker führte Michael Stifel viele Bezeichnungen ein und war ein Mitbegründer der Buchstabenrechnung und damit der modernen Algebra. Das Mathematikum lädt im Lutherjahr Kinder und Erwachsene dazu ein, mehr über die Mathematik dieser Zeit zu erfahren. Zwei neu entwickelte Experimente führen auf die Spuren von Stifels Mathematik: Besucher können erfahren, wie Stifels Wortrechnung funktioniert, was es mit der Redewendung „einen Stifel rechnen“ auf sich hat und wie man ein magisches Quadrat à la Stifel herstellt.

Die Eröffnung der kleinen Sonderausstellung „Einen Stifel rechnen“ findet am Donnerstag, den 19. Oktober um 11 Uhr statt. Alle, die sich für das Thema interessieren, sind herzlich eingeladen!

Zusatzprogramm: Am Mittwoch, den 15. November wird Prof. Karin Reich einen Vortrag mit dem Titel „Buchstaben und Zahlen, Wortgleichungen und Algebra: Michael Stifel“ halten.